Alptraum für Hausbesitzer: Der „Echte Hausschwamm“

An baulichen Anlagen und in Gebäuden gibt es über 60 verschiedene Arten holz-zerstörender Pilze. Aber nur einen, der auch Mauerwerk durchwächst und damit die Tragfähigkeit des Hauses angreifen kann. Doch was früher noch einem Todesurteil für den Wert einer Immobilie gleichkam, ist heute – vor allem bei alten Gebäuden – arbeitsaufwendiger Alltag.

Während manche Pilzarten Zellulose abbauen oder auch Lignin, haben alle eins gemein: dass sie in unterschiedlichstem Maße verbautes Holz zerstören. Wachsen die einen nur am Holz, können andere mineralische Bauteile wie Mauerwerk überwachsen und sogar durchdringen: Dazu gehört der „Echte Hausschwamm“ (Serpula lacrymans).
Versteckt wächst er zum Beispiel unter dem Dielenboden oder hinter Putz jahrelang vor sich hin und kann sich in aller Ruhe im Mauerwerk und auch in anderen mineralischen Bauteilen großflächig ausbreiten. Und das – je nach Temperatur und Feuchtigkeit – bis zu 10 Millimetern täglich! Eine ziemlich unappetitliche Vorstellung.

 

Effektiv vorbeugen

Seine Ausbreitung kann im Wesentlichen nur durch die Abwesenheit von Feuchtigkeit gestoppt werden. Trockene Bauteilbereiche sind nicht überwindbar, genauso wie komplett nasse Bereiche. Auch ein stetiger Luftzug bei luftigen Baukonstruktionen ist ein Hindernis. 

Wenn der Befall da ist

Ein bekannter Befall muss also umgehend bestimmungsgemäß durch einen Sachverständigen für Holzschutz untersucht und anschließend durch einen sachkundigen Fachmann bekämpft werden. Dies hat beim Hausschwamm unbedingt unter Einhaltung der DIN 68800 Teil 4 zu erfolgen. Das WTA-Merkblatt „Der Echte Hausschwamm“ gibt eine gute Anleitung zur Bekämpfung und Vorbeugung von Schäden.

Oft sind großflächige Sanierungsarbeiten nötig: Dann muss alles Holz weiträumig entfernt und gegebenenfalls Teile des Mauerwerks abgerissen oder mit Schwammsperrmittel behandelt werden. Danach werden die tragenden und befallenen Bauteile – ebenfalls von einem Fachmann und unter Einbeziehung eines Statikers – rundum erneuert. Das hört sich nicht nur aufwendig an, das ist es auch! Werden diese Arbeiten allerdings nicht gemacht, führt dies zum deutlichen Wertverlust des Gebäudes. Jede Menge Ärger gibt es auch, wenn das Haus zum Beispiel kurz vor Bekanntwerden oder auch bei Verschweigen des Befalls verkauft wurde. Dann droht auf jeden Fall eine Erfolg versprechende Schadensersatzklage oder auch gleich die Anfechtung des Verkaufs. Deshalb sollten die Bekämpfungsmaßnahmen unbedingt dokumentiert und für einen möglichen späteren Verkauf festgehalten werden.
 

Schwammbefall nicht ignorieren

Klar wird die ganze Aufregung, wenn man weiß, worin die gesundheitlichen Gefahren eines Hausschwammbefalls tatsächlich bestehen: Es ist weniger eine Gefahr der Milliarden von Sporen, sondern vielmehr einstürzender Holzbalkendecken und Holztragekonstruktionen. Daher sind die Bekämpfung und eine anschließende Tragwerkssanierung in allen Bundesländern in allen Landesbauordnungen bauaufsichtlich gefordert. In Sachsen und Thüringen ist er sogar meldepflichtig. Also: weggucken gilt nicht.

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