Dekortechniken für Wand und Decke – welche gibt es?

Altbewährte und ganz neue Trends für Anfänger und Fortgeschrittene

Es war einmal… Da sahen alle frisch gemalerten Wohnungen aus wie das „neue Restaurant um die Ecke“. Die Schwamm-Wisch-Technik im Bereich der Wandgestaltung führte jahrelang einen Triumphzug durch das deutsche Wohnzimmer.

Mittlerweile gibt es ein fast unüberschaubare Fülle von Techniken, die der Kreativität keine Grenzen mehr setzen und die mit mehr oder weniger Aufwand Räume im neuen Licht erstrahlen lassen.

 

Mehr Auswahl in der Raumgestaltung

Dabei sollte man sich durch Namen wie “Stucco antico”, “Spatula Stucchi” oder „Stucco Pompeji“ nicht verwirren lassen. Gemeint ist hier der bekannte Marmoreffekt, der durch die sogenannte Spachteltechnik mit Kalkfarbe erzielt wird. Mit der Kelle können Muster in den frischen Putz gedrückt werden, mit der Kratztechnik zusätzlich nach Trocknung die Spachtelgrate abgekratzt werden. Aber auch mit zusammengedrückter Plastikfolie kann man sehr aufregende Strukturen erzeugen – man kann Strukturen hinein kratzen und andersfarbig wieder auffüllen – es gibt Kautschukformen, die man als Relief ausformen kann – und man kann natürlich in den frischen Putz malen... Glatt strukturiert und auf Hochglanz poliert, entfalten die Farben eine Leuchtkraft,  wie man sie sonst nur von echtem Marmor kennt.


Vom Schablonieren und Wickeln

Für ein wenig „frischen Wind“ im Zimmer und ohne all zuviel Arbeit eignet sich das Schablonieren sehr gut. Unendlich scheint die Auswahl von kunstvoll gestalteten Schablonen im Fachhandel. Die Handhabung ist simpel: Schablone an die gewünschte Stelle anbringen, mit Schwamm und Farbe austupfen, Schablone entfernen und nachkonturieren, eventuell auch hier mit Glanzlack nacharbeiten. Wirkt sehr edel, besonders als sparsam eingesetztes Highlight. 

Bei der Wickeltechnik ist Körpereinsatz gefragt: Ein geeignetes Baumwolltuch in die Lasurfarbe tauchen, auswringen und auf den gerade frisch aufgetragenen und leicht angetrockneten Grundton „abwickeln“. Diese anspruchsvolle Technik erfordert auf jeden Fall Geduld und handwerkliches Geschick. Bringt aber auch individuelle Effekte zu Tage, die nicht jedermann hat. 


Der neue Trend: Leder an die Wand

Ganz neu, exklusiv und damit leider auch etwas teurer sind Lederfliesen für die Wände: Leder hat sehr viel Charme, wirkt sehr weich, geschmeidig und edel. Als Wandverkleidung gibt es bei Lederfliesen – ähnlich wie bei normalen Fliesen – inzwischen eine Vielzahl an Formaten und Dekorationen. Es muss ja nicht immer Tapete sein...

Aber ob Marmoroptik oder Leder: Auch hier gilt, weniger ist oft mehr. Schließlich soll nicht das Dekor, sondern der Mensch der Mittelpunkt im Raum bleiben.

Das Bad, das sich selber sauber hält: Was ist dran am „Lotuseffekt“?

Die neue Nano-Technologie macht’s möglich: Mit "Lotuseffekt" wird die wasserabweisende und selbstreinigende Eigenschaft von einer speziellen Oberflächenbeschichtung z.B. auf Fliesen bezeichnet.

Wer träumt nicht davon: Kein Scheuern und Schrubben mit aggressiven Putzmitteln im Badezimmer und damit jede Menge Reiniger und Arbeit sparen. Kalk, Säuren und Laugen können die Fliesen nicht mehr angreifen, weil diese keine Oberflächenhaftung mehr haben, sondern mit dem Wasser abgespült werden... mitsamt dem Schmutz.

Die Natur macht´s vor

Die Struktur des Lotusblattes war hier Vorbild und gab dem Effekt seinen Namen. In der Natur soll nicht mal Kleber am Blatt haften bleiben. Im Badezimmer würden die Nano-Oberflächen nach kurzem Abspülen oder nach nur einem Wisch heller scheinen und vollkommen sauber sein. Sehr gut für die Umwelt, noch besser für die Hausarbeit. Soweit die Hersteller. 

Auch ein Bad mit Lotuseffekt will gepflegt sein

Seltsam nur: Handel und Industrie bieten zeitgleich spezielle Pflegeserien und Reinigungstücher (diese wiederum nicht alle ökologisch abbaubar) für die Nano-Oberflächen an. Also reicht Abspülen allein doch nicht?

Da die Vielfalt der angebotenen Produkte ständig zunimmt, ist es unbedingt erforderlich, die Reinigungs- und Pflegehinweise des jeweiligen Oberflächenherstellers zu beachten und ggf. Vorversuche durchzuführen! Denn nicht jede Oberflächenstruktur – High Tech hin oder her – ist von gleich guter Qualität. Denn auch eine Nano-Beschichtung und damit der unbestritten schöne Effekt kann bei falscher Pflege abgetragen werden.

Der Traum von Bad, das sich vollkommen selber reinigt, muss wohl noch etwas warten...

Kleiner Raum, was tun? Oder: Wann ist eine Küche eine Küche?

Angeblich ist die Hälfte aller deutschen Küchen unter 10 Quadratmeter groß. Wie bringt man da eine Küche unter?

Eines ist klar: Damit die Küche ein geselliger Ort zum Essen, Trinken und Reden wird, braucht es eigentlich keinen großen Platz. Das beweist jede zweite Party: Wenn sich alle Gäste stehend in die dafür viel zu kleine Küche drängen, obwohl reichlich Platz in den anderen Wohnräumen vorhanden ist.

In der richtigen Farbe und mit der richtigen Beleuchtung kann man viel Flair hinzaubern. Aber wie sieht es aus mit der Funktionalität? Auch klar: Bei wenig Platz müssen Prioritäten bei den Gerätschaften gesetzt werden. Braucht es wirklich Geschirrspüler, Mikrowelle UND Herd? Oder reichen zwei Kochplatten?


Aufwendige Planung versus Kompaktküche


Die individuelle Planung auch der kleinsten und einfachsten Küchenzeile (bis 140 Zentimeter Breite) kann beim Profi-Planer (mit Aufbau und Lieferung) schnell über 2500 Euro kosten (inklusive Kühlschrank, Spüle, Armatur und zwei Herdplatten).

Alternativ und für Singles und Studenten sehr beliebt: die Kompaktküche, die der Handel längst als Produktbereich entdeckt hat - In einem Block mit zwei Türen, darin ein Kühlschrank, oben auf die Spüle und zwei Herdplatten. Gibt es schon ab 400 Euro in der allereinfachsten Version. Und ohne Armatur. Warum das so ist, weiß nur der Handel.

Noch kleiner mit 100 Zentimeter Breite, aber dafür extrem stylisch und angesagt ist die sogenannte „Kitcase Kitchen“ oder Mobilküche.
Mit über 2300 Euro schlägt diese allerdings auch die individuell geplante Miniküche im Preis. Das Case wurde ursprünglich für Messen und Touren konzipiert: schwarzer Kunststoff mit Alu-Rahmen auf Rädern. Alles drin und dran. Sieht aus wie ein Koffer, ist auch einer. Man kann ihn auch einfach zuklappen, sollte man dem Besuch vorgaukeln, man habe die Wohnung noch nicht fertig eingerichtet und die Koffer noch nicht ausgepackt...

Die Karibik im Wohnzimmer – Fototapete richtig anbringen

Ob im Baumarkt oder im Onlineshop, überall sind sie zu finden: Fototapeten. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Couch vor dem Dresdner Zwinger oder das WC mit Ausblick ins Weltall – weiße Wände waren gestern. Damit der Spaß nicht schnell wieder von der Wand fällt, hier die wichtigsten Tipps zum Tapezieren.

Auf das Equipment kommt es an

Das A und O ist der richtige Kleister. Wird dieser nicht mitgeliefert, sollten Sie beim Kauf auf ausreichende Qualität achten und einen Kleber für schwerere Tapeten wählen. Lieber einen Euro mehr bezahlen, als dass sich der Spaß schnell wieder verabschiedet.

Und das brauchen Sie außerdem: 
  • Eimer und Stab zum Anrühren
  • Tapezierbürste und kleiner Kantenroller
  • Cuttermesser und Schneideschiene zum Abtrennen überschüssiger Reste
  • Und natürlich: die Fototapete Ihrer Wahl!

Fototapete anzubringen erfordert Geschick und ausreichend Geduld

Die Oberfläche vorbereiten: Die Tapete sollte auf einer möglichst ebenen Fläche angebracht werden – also Raufasertapete ab (ganz einfach mit Wasser und Spülmittel), Löcher mit etwas Spachtelmasse füllen oder raue Stellen mit Sandpapier abschleifen. Wichtig: Wird die Tapete angebracht, sollte die Wand sauber, glatt und trocken sein.

Vor dem Kleben: Beiten Sie die Fototapete auf dem Boden aus und sortieren Sie die Teile in der Reihenfolge, in der sie anschließend aufgeklebt werden sollen. Ist die Wand kleiner als die Tapete, sollten Sie vorher überlegen, an welchen Stellen Sie überschüssige Stellen entfernen wollen. Fällen Sie ggf. ein Lot, um das Schmuckstück mit einer geraden Oberkante anbringen zu können.

Achten Sie auch auf die Raumtemperatur: Zugluft und zusätzliches Heizen vermeiden!

Jetzt wird´s ernst: Kleistern Sie jeweils einen Teil der Tapete zügig ein und bringen Sie diesen sofort auf die Wand auf. Beginnen Sie dabei oben und kalkulieren Sie nach unten hin etwas Überschuss ein, den Sie notfalls entlang der Fußleiste sauber abtrennen können. Bringen Sie die Tapete zu zweit an: Eine Person fängt von oben mit dem Kleben an und streicht sie von der Mitte vorsichtig zu den Rändern aus. Die zweite Person hält die Tapete von unten fest, damit diese nicht schon vor dem Ausrichten anklebt. Anschließend mit der Tapezierbürste vorsichtig anklopfen und an den Rändern mit einem Kantenroller festdrücken. Nicht erschrecken: Kleine Beulen ziehen sich beim Trocknen von selbst glatt – eine zu straff gespannte Tapete könnten nachträglich reißen.

Und dann heißt es: Möbel platzieren und die neue Aussicht genießen! 

Simply the best: Die schönsten Einfamilienhäuser 2011

Die schönsten Einfamilienhäuser stehen in Dresden, Dublin und im österreichischen Vorarlberg. Seit zehn Jahren prämiert das Magazin HÄUSER die schönsten Eigenheime und hat kürzlich die Gewinner des Jahres 2011 bekannt gegeben.

Die fünfköpfige Jury hatte es nicht leicht: 226 Vorschläge wurden für den begehrten Award eingereicht, nur 3 konnten am Ende gewinnen.

Platz 1 belegt ein Landhaus in Dornbirn/Vorarlberg (Österreich). Die Jury lobt die Verknüpfung von Moderne und Tradition. Das Familiendomizil steht an einer abfallenden Wiese, besteht aus Beton und Holz, hat einen offenen Wohnraum und loggia-artige Terrassen. Entworfen wurde das Objekt vom Architekturbüro Dietrich Untertrifaller in Bregenz.

Den 2. Platz belegt ein Stadthaus in Dresden. Die Schwierigkeit des Architekten lag darin, dass es sich um ein Restgrundstück handelt, das nur wenig Fläche zur Verfügung hat. Dies hat zur Folge, dass das Haus zu fast allen Seiten verschlossen ist, aber eine voll verglaste Südfront mit Garten hat. Die anthrazitfarbenen Außenwände unterstreichen die klaren Strukturen des Domizils. Der Entwurf stammt von Philipp Stamborski.

Der 3. Platz geht nach Irland, genauer gesagt nach Dublin. „Energiesparend und überraschend großzügig“, sagt die Jury. Das moderne Stadthaus besticht vor allem durch die Belichtung der Räume. Entworfen wurde das Haus von FKL Architects.

Der Sonderpreis geht nach Stuttgart-Ostfildern. Das prämierte Eigenheim erinnert von der Bauweise an eine alte Scheune. Das Besondere daran: Es ist nicht aus Holz gebaut! Der Effekt wird durch die spezielle Maserung der Schalungsbretter im Beton der Hauswand erzeugt.