Dachstein oder Dachziegel? Welche Wahl ist die richtige?

Ein Dach kann viele Fragen aufwerfen. Diese fangen bereits bei der grundlegendsten Entscheidung an: Dachstein oder Dachziegel?

Die beiden geläufigsten Deckstoffe unterscheiden sich bereits im Material: Dachsteine werden aus Beton hergestellt, Dachziegel bestehen aus Ton. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf das Preis-Leistungsverhältnis.
So besticht der Dachstein zunächst durch einen günstigeren Preis. In Punkto Haltbarkeit kann man von rund 30 bis 40 Jahren Lebensdauer ausgehen, bevor eine Erneuerung der Dacheindeckung ansteht. Betrachtet man im Vergleich dazu den alt bewährten Dachziegel, hat dieser zwar eine etwa doppelte Lebenserwartung von rund 70 Jahren, dafür jedoch einen höheren Preis.

 

Langzeitplanung ist gefragt

Soll eine Entscheidung aufgrund der Kosten gefällt werden, darf man jedoch nicht vorschnell urteilen. Das zeigt folgendes Beispiel: Für einen Quadratmeter Dachstein muss man etwa 27 Euro aufbringen, für die gleiche Fläche Dachziegel schon knapp 40 Euro. Geht man bei ersterem von einer Grundnutzungsdauer von 40 Jahren aus, beim Tonziegel von 70 Jahren, muss ein junger Häuslebauer für die kommenden 60 Jahre mit folgenden Kosten rechnen: Der Deckstoff aus Beton muss einmal erneuert werden, was weitere Anschaffungskosten à 27 Euro verursacht plus den Aufwendungen für Rückbau, Entsorgung und Gerüst (ca. 12 Euro/m²). Er kommt damit auf einen Gesamtpreis von rund 66 Euro. Die Tonziegel-Variante hält hingegen der Nutzungsdauer von 60 Jahren stand, bleibt also bei den einmaligen Anschaffungskosten von ca. 40 Euro.

 

Der Blick in die Zukunft macht also deutlich, dass ein zunächst günstigerer Anschaffungspreis nicht zwangsläufig geringe Kosten bedeutet. Dennoch verweisen mehrere Untersuchungen darauf, dass sich auch die Qualität des Dachsteines verbessert – dieser komme der Härte und Robustheit eines Dachziegels immer näher. Als Zwischenfazit bleibt damit leider die bewährte „von-Fall-zu-Fall“-Abwägung.

 

Auch die Optik zählt

Doch nicht nur das Material selbst ist in beiden Varianten unterschiedlich. Wirft man einen Blick auf die Oberflächenbeschaffenheit, fällt auf, dass die Farbe des Dachsteines von einer Kunststoffbeschichtung erzeugt wird, während der Dachziegel diese aus dem Material selbst bezieht. In Sachen Bemoosung kommt ein Dachstein damit einer Engobe (einer aufgezogenen Tonschlemme beim Ziegel, die die Poren verschließt) nahezu gleich – beide besitzen eine geglättete Oberfläche, an welcher äußere Faktoren weniger angreifen können als beim offenporigen, unbearbeiteten Material. Ein Nachteil der Beschichtung des Dachsteines besteht jedoch darin, dass sich diese im Laufe der Jahre abnutzen kann und die eigentliche Farbe des Steines zu Tage tritt. Dies beeinträchtigt zwar nicht die eigentliche Haltbarkeit, sorgt jedoch für eine unschöne Optik.

 

Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit einem Deckstoff aus Ton gut beraten. Beachten sollte man jedoch auch, was z.B. durch einen Denkmalschutz des Gebäudes vorgeschrieben wird – in einem solchen Fall bleibt einem die Grübelei erspart.

Tipp für Häuslebauer: Die Förderprogramme der KfW

Ein Blick in die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kann sich lohnen – und bei Bau- oder Sanierungsmaßnahmen bares Geld sparen.

Vom altersgerechten Umbauen bis zum Energiesanieren können Immobilienbesitzer auf ihre Kosten kommen – die KfW vergibt im Rahmen von Förderprogrammen Investitionszuschüsse oder Kredite für verschiedenste Baumaßnahmen. Die wichtigsten davon finden Sie hier im Überblick.

Energieeffizient bauen

Werden Sie Vorreiter in Sachen Klimaschutz! Egal, ob Sie Ihr Eigenheim selbst bauen oder einen Neubau kaufen möchten – die KfW fördert besonders energieeffiziente Wohngebäude mit vergünstigten Zinssätzen und Tilgungszuschüssen. Und auch einzelne Maßnahmen wie die Nutzung von Solaranlagen oder kombinierter Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung werden mit speziellen Darlehen unterstützt.
Was Sie dabei beachten müssen: Ihr Haus muss die Kriterien eines KfW-Effizienz- oder Passivhauses erfüllen. Trifft dies zu, ist schnelles Handeln gefragt: Der Antrag wird bei der Hausbank beantragt – und zwar dem Baubeginn oder Kauf der Immobilie. 

Energieeffizient sanieren

Auch Sanierungsmaßnahmen werden von der KfW belohnt. Zuschüsse für Selbstfinanzierer oder komplette Kreditpakete gibt es dann, wenn entweder die eigene Immobilie umfassend energiesaniert oder entsprechender Wohnraum käuflich erworben wird. Wichtig ist auch hier, dass dabei die Standards des KfW-Effizienzhauses erfüllt werden.

Seit dem 01. März 2011 sind auch Einzelmaßnahmen Teil des Förderprogramms. Diese beinhalten die Dämmung des Gebäudes, den Einbau neuer Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie Fenster. Allerdings nur unter einer zentralen Bedingung: Es muss sich um hoch effiziente Modernisierungsschritte handeln. Das bedeutet: Der Einbau dreifach verglaster Fenster wird nur dann unterstützt, wenn die Außenwände bereits gut wärmegedämmt sind.

Sie möchten auf der sicheren Seite sein und professionelle Unterstützung hinzuziehen? Kein Problem – auch der Einsatz eines Energieberaters wird mit bis zu 50 Prozent der Kosten bezuschusst.

Kredite beantragen Sie vor der Sanierungsmaßnahme bzw. vor dem Kauf der Immobilie bei Ihrer Hausbank, bei Zuschüssen wenden Sie sich hingegen direkt an die KfW.

Altersgerecht umbauen

Auch im Alter höchste Wohnqualität genießen – dies wird mit Sanierungsmaßnahmen möglich, die sich an den körperlichen Einschränkungen des Alters orientieren. Und von der KfW unterstützt werden: so zum Beispiel die Erschließung Rampen und Aufzugsanlagen, die Anpassung von Raumverteilungen und Raumgrößen sowie Sicherheitssysteme speziell im Sanitärbereich. Alle Maßnahmen finden Sie hier im Überblick.

Kommt ein aufwendiger Umbau für Sie nicht in Frage, wird auch der Erwerb einer altersgerechten Wohnimmobilie gefördert – mit einer Kreditfinanzierung oder entsprechender Zuschüsse der KfW.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie direkt bei der KfW.